Spyker wirft den Polierlappen

Spyker

Es sind schlechte Zeiten für Autobauer. Angesichts der Krisenstimmung scheuen die Autofahrer in Europa vor dem Kauf von Neuwagen zurück, die Verkaufszahlen stagnieren. Besonders kleine Hersteller von Fahrzeugen, die, wie etwa Sportwagen, weniger alltagstauglich sind als vielmehr dem Spaß am Fahren dienen, kämpfen derzeit ums Überleben. Nun hat die niederländische Sportlerschmiede Spyker angekündigt, in Insolvenz gehen zu müssen.

Nur 15 Jahre Existenz

Erst Ende der 1990er Jahre wurde die Marke Spyker gegründet und begann, edle Retro-Schlitten zu produzieren. Der Erfolg stellte sich ein, ab 2010 war der Autobauer sogar für zwei Jahre der Eigentümer von Saab. Zuletzt stellte Spyker im vergangenen Jahr mit dem B6 Venator den Prototypen eines neuen Sportlers vor, der ganz auf der Linie der Retro-Wagen lag. Leider existiert bislang nur der Prototyp, Spyker hat es nicht geschafft, auch nur ein einziges weiteres Fahrzeug des B6 Venators herzustellen. Denn nun geht die niederländische Marke den gleichen Weg wie der schwedische Fahrzeughersteller. Einem Bericht der Zeitschrift „auto motor & sport“ zufolge ist der Kleinserienhersteller edler Sportwagen nun endgültig pleite.

Verhandlungen zu einem Überbrückungskredit gescheitert

Bereits im Sommer stand Spyker kurz vor dem Aus, Verhandlungen zu einem Überbrückungskredit verhalfen der Marke noch einmal zu einer kurzen Verschnaufpause. Victor Muller, dem Chef des Herstellers exotischer Flügeltürer, zufolge, sind die Verhandlungen gescheitert, es wird keinen Kredit geben. Der Fahrzeughersteller geht in Insolvenz. Dies soll jedoch keineswegs der Todesstoß für die Marke sein. Derzeit würden Gespräche mit einem Hersteller von Elektroflugzeugen geführt, um eine eventuelle Zusammenarbeit auszuhandeln. In dieser Kooperation soll es auf lange Sicht gelingen, Elektro-Sportler zu produzieren, so der CEO von Spyker in einer Pressemitteilung des Unternehmens.